Poesie als Reise

Gedichte. Lyrik. Poesie. Beim Klang dieser Worte denken wir an Reime, Jamben, Trochäen, Metaphern. Dass Gedichte noch deutlich mehr sind, einen Menschen gar einer Metamorphose unterziehen – vorausgesetzt, wir lassen uns auf sie ein – zeigte der Lyrikworkshop der 6gh am 19. Februar 2026 unter der Leitung der Deutschlehrer*innen Prof. Mag. Petra Meischel und Prof. Mag. Sven P. Jakobson mit dem Vorarlberger Autor Udo Kawasser.

Mit Udo Kawasser begrüßte Direktor Mag. Arpad Krämer einen international und national ausgezeichneten und vielgereisten Lyriker im Gymnasium am Augarten. Udo Kawasser beschreibt Gedichte als hochkonzentrierte und hochdosierte Literatur, in die wir als „Gedichtfahrende“ einsteigen, auf eine Reise gehen, und uns an der Endstation dieser Reise einer Verwandlung unterzogen haben, die etwas mit uns „gemacht“ hat. Diese Metamorphose, dieses „was macht dieser Text mit dir“, galt es im Rahmen des Lyrikworkshops auszuloten.

Die Werkzeuge einer treffenden Gedichtanalyse im Rucksack, begaben sich die Schüler*innen der 6gh gemeinsam mit dem Dichter auf die Reise über Wien und die Donau bis zum Bosporus, auf den Spuren eines lyrischen Ichs, das zwischen Gefühlen, Erfahrungen und Kulturen jongliert (Udo Kawasser: die blaue reise. donau – bosporus, Limbus Verlag, Innsbruck, 2020). Ausgehend von Versen und Strophen des Lyrikers, entwickelten die Schüler*innen eigene, neue Gedichte, die als Höhepunkt des Workshops transmedial, in musikalischer Begleitung der Schüler*innen eingebettet, präsentiert wurden.

„Lyrik ist ein einzigartiges Werkzeug, das sich der Mensch geschaffen hat, um auf geringstem Raum höchst ­komplexe Dinge zum Ausdruck zu bringen. In dieser Kürze, in dieser Dichtheit, kann nur die Lyrik das zum Ausdruck bringen, was uns in dieser Welt umtreibt.“ (Udo Kawasser)

 

Bildquelle: Mag. Sven Peter Jakobson, Mag.a Petra Meischel